Die russische orthodoxe Kirchengemeinde der Hl. Großmärtyrerin Babara ist eine Gemeinde der Berliner Diözese des Moskauer Patriarchats der Russischen Orthodoxen Kirche (K.d.ö.R.). Ihre Schutzpatronin ist die Heilige Großmärtyrerin Barbara – eine Heilige, die in Ost- und Westkirche gleichermaßen verehrt wird.

Die orthodoxe Kirche in Deutschland ist mit ca. 1,48 Millionen Mitgliedern die drittgrößte christliche Konfession (Stand 2012).

Die Russische Orthodoxe Kirche ist eine christliche Kirche mit einer alten byzantinischen Tradition, welcher die meisten Menschen aus Russland, Weißrussland, der Ukraine, Moldawien, Kasachstan und den Baltischen Staaten angehören. Sie hat in Deutschland über 200.000 Mitglieder (Stand 2008). Die Zahl der Gemeinden ist von ca. 60 in 2008 auf aktuell ca. 90 (2015) angewachsen. Die Russische Orthodoxe Kirche lebt ausschließlich von den Spenden ihrer Mitglieder und anderer Wohltäter, sie ist am deutschen System der Kirchensteuer nicht beteiligt.

Erste Gottesdienste begannen in Krefeld im Sommer 2012 auf Initiative von Diakon Alexej Veselov und einiger orthodoxer Christen im Umkreis von Krefeld. Diese wurden anfangs von bis zu einem Dutzend Gläubiger besucht.

Am 25.02.2013 beschloss der Diözesanrat der Gemeinde den Namen „Heilige Großmärtyrerin Barbara“ zu verleihen.

Mit dem Erlass Nr. 67 vom 11.04.2013 der Berliner Diözese wurde der Diakon Alexej Veselov zum Vorsteher der Gemeinde bestellt. Mit der Priesterweihe von Alexej Veselov begannen dann im September 2013 reguläre Gottesdienste in Krefeld, zu diesen kamen anfangs jeweils ca. 30 Gläubige.

Gemeindevorstand: Hypodiakon Igor Willimowski, Priester Alexej Veselov, Elena PalchinskiyAm 01.12.2013 wurde auf der Gemeindeversammlung die Gründung des Vereins „Russische Orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Großmärtyrerin Babara in Krefeld/Patriarchat Moskau e.V.“ beschlossen. Vertretungsberechtigte Mitglieder des Vorstandes sind Priester A. Veselov als Vorsitzender und Hypodiakon I. Willimowski als Stellvertretender Vorsitzender. Kassierer ist E. Palchinskiy (bis 2017: W. Dietrich).

Der Verein wurde am 16. Dezember 2013 vom Amtsgericht Krefeld in das Vereinsregister im Registerblatt VR 4526 aufgenommen. Am 28.03.2014 wurde vom Finanzamt Krefeld der Zuwendungsbescheid ausgestellt, der die mildtätigen, kirchlichen sowie gemeinnützigen Zwecke (Jugend- und Altenhilfe) des Vereins bestätigt.

Das Einzugsgebiet der Russischen Orthodoxen Gemeinde zu Krefeld umfasst gemäß Satzung die Stadt Krefeld selbst und den Niederrhein, also vor alllem die Kreise Kleve, Viersen, Wesel. Dazu werden Randbereiche anderer umliegender Städte mitbetreut.

Satzung des Vereins „Russische Orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Großmärtyrerin Babara in Krefeld/Patriarchat Moskau e.V.“ (basierend auf der Satzung der Russischen Orthodoxen Kirche, angenommen vom bischöflichen Konzil im Jahre 2013 in Moskau):

Aushang

Am 23. Mai 2016 erwarb die Gemeinde die Kirche in der Wielandstraße 11, 47799 Krefeld. Das Kirchengebäude wurde im Jahr 1960 als römisch-katholische St.-Franziskus-Kirche erbaut und ist eines der schönsten in Krefeld. Ab Juli 2016 feiert nun unsere Gemeinde in der St.-Barbara-Kirche ihre Gottesdienste.

Die Geschichte unserer Gemeinde ist in Bildern in einer Präsentation zusammengefasst:

Präsentation

Zur Weiterentwicklung des Gemeindelebens sind 2017 thematische Arbeitsgruppen ins Leben gerufen werden.

Heilige BarbaraUnsere Gemeinde trägt den Namen der Heiligen Großmärtyrerin Barbara.

Vita

Die Heilige Großmärtyrerin Barbara (die „Fremde“) lebte und starb (306) in der Zeit des Imperators Maximian (305-311) in Heliopolis. Ihr Vater, der Heide Dioskuros, war ein reicher und bedeutender Mann in der Stadt Heliopolis (heute Baalbek im Libanon; andere Quellen berichten von Nikomedia, heute Izmit in der Türkei). Er war früh verwitwet und konzentrierte sich sehr auf seine einzige Tochter. Als er ihre bemerkenswerte Schönheit erkannte, beschloss er, diese vor fremden Augen zu verbergen. Dazu ließ er einen Turm erbauen, in dem sich außer Barbara lediglich heidnische Lehrer befanden. Aus diesem Turm erschloss sich ihr die weite Sicht auf die von Gott geschaffene Welt. Von da aus konnte sie die bewaldeten Berge erblicken, die schnell fließenden Flüsse, die mit farbenfrohen Blumen bedeckten Ebenen. Die junge Frau stellte sich die Frage nach dem Schöpfer dieser harmonischen und schönen Welt. Nach und nach verfestigten sich in ihr die Gedanken, dass leblose Idole – die von Menschenhand geschaffen waren und die ihr Vater und ihre Lehrer verehrten – nicht so eine Weisheit haben konnten, um so eine vollkommene Welt zu erschaffen. Die trug in ihrer Seele den Wunsch in sich, den richtigen Gott zu erkennen und ihr Leben in Jungfräulichkeit Ihm zu widmen.

Der Ruhm von Barbaras Schönheit verbreitete sich rasch in der Stadt und viele hielten um ihre Hand an, aber sie, die zärtliche Überredung ihres Vaters nicht beachtend, verweigerte die Ehe. Barbara warnte ihren Vater, dass seine Sturheit tragisch enden könnte und dass diese sie für immer trennen würde. Dioskuros dachte, dass sich der Charakter seiner Tochter durch das eingeschlossene Leben verändert hätte. Er erlaubte ihr, sich aus dem Turm zu entfernen und gab ihr vollständige Freiheit in der Wahl der Freunde und der Bekannten. Die junge Frau traf in der Stadt junge Bekennerinnen des christlichen Glaubens, die ihr die Lehre über den Schöpfer der Welt, über die Dreiheit und den Sohn Gottes eröffneten. Nach einiger Zeit kam in die Stadt aus Alexandrien ein Priester, der als Kaufmann verkleidet war. Er spendete Barbara das Mysterium der Taufe.

Zu dieser Zeit wurde für Barbara im Hause von Dioskuros ein prächtiger Turm errichtet. Auf Befehl des Hausherren bekam dieser zwei Fenster nach Süden. Aber Barbara, eine Abwesenheit ihres Vaters nutzend, bat darum, noch ein drittes Fenster in den Turm zu bauen, als Gleichnis der Dreiheit Gottes. Über dem Eingang zum Bad zeichnete Barbara ein Kreuz, welches fest in den Stein eingraviert wurde. Auf den steinernen Stufen des Bades verblieben ihre Fußspuren, aus denen eine Quelle entsprang, die später eine große Heilkraft bewies, die Simeon Metaphrastes, die Leiden der heiligen Märtyrerin beschreibend, mit der lebensspendenden Kraft des Flusses Jordan und der Quelle von Siloam verglich. Als Dioskuros zurückkam und seinen Unwillen über den geänderten Bauplan ausdrückte, erzählte ihm seine Tochter von dem von ihr erkannten dreieinigen Gott, von der rettenden Kraft des Gottessohnes und von der Falschheit der Verehrung von Idolen. Dioskuros erzürnte, nahm ein Schwert und wollte sie enthaupten. Die junge Frau rannte von dem Vater davon, er folgte ihr nach. Der Weg führte in die Berge, die sich ihr öffneten und Unterschlupf in einer Höhle boten. Nach langer und erfolgloser Suche nach der Tochter sah Dioskuros auf dem Berg zwei Hirten. Diese zeigten ihm die Höhle, in der sich die Heilige verbarg. Dioskuros schlug seine Tochter erbarmungslos, dann ließ er sie bewachen und setzte sie dem Hunger aus. Letztendlich übergab er sie dem Herrscher über die Stadt, Marcianus. Die heilige Barbara wurde schrecklich gefoltert: sie wurde mit Sehnen ausgepeitscht, ihre Wunden wurden mit Geißeln aufgerissen. Nachts erschien ihr im Gefängnis der Erlöser Selbst und heilte ihre Wunden. Dann unterwarf man sie erneut Foltern, die noch schrecklicher waren.

Unter denen, die sich in der Nähe der Märtyrerin befanden, war Juliana, eine Bewohnerin diese Stadt. Ihr Herz war erfüllt von dem Mitleid mit der Märtyrerin, der bekannten und schönen jungen Frau. Juliana hegte auch den Wunsch, sich für Christus dem Leiden hinzugeben. So fing sie an, laut die Folterer anzuklagen. Sie wurde festgenommen. Beide Märtyrerinnen wurden lange gefoltert: mit Krallen aufgerissen, die Brüste abgeschnitten, nackt unter Schmähungen durch die Stadt geführt. Auf die Gebete der heiligen Barbara sandte Gott einen Engel, der mit einer leuchtenden Bekleidung die Nacktheit der heiligen Märtyrerinnen verbarg. Die festen Bekennerinnen des Glaubens Christi, die heiligen Barbara und Juliana wurden enthauptet, die heilige Barbara durch Dioskuros selbst. Doch die Gerechtigkeit Gottes erfuhren die Folterer auf der Stelle. Marcianus und Dioskuros wurden beide vom Blitz erschlagen.

Im sechsten Jahrhundert wurden die Reliquien der beiden nach Konstantinopel überführt. Im zwölften Jahrhundert brachte diese die Tochter des Imperators Alexius Komnin (1081-1118), den russischen Grafen Michael Izyaslavic heiratend, nach Kiew. In der Wladimir-Kathedrale zu Kiew befinden sie sich noch heute.

Troparion, 8. Ton

Lasst uns die heilige Barbara ehren. Denn die Verehrungswürdige hat die Netze des Feindes zerstört und wurde aus ihnen wie der Vogel befreit, durch die Hilfe und Kraft des Kreuzes.

Kontakion, 4. Ton

Dem in der Dreiheit fromm Besungenen folgend, hast du, ehrwürdige Dulderin, die Heiligtümer der Götzenbilder verlassen; mitten auf dem Kampfplatze, o Dulderin Barbara, hast die Drohungen der Tyrannen nicht beachtet mit mutigem Sinne, indem du, Ehrwürdige, mit lauter Stimme riefest: „Die Dreiheit ehre ich, die Eine Gottheit!“.

Gedächtnis

4. Dezember nach julianischen Kalender (dem 17. Dezember nach gregorianischem Kalender)

Verehrung

Die Hl. Barbara wird besonders von den Bergleuten und in den Gegenden, in denen Bergbau betrieben wurde, verehrt. In Deutschland sind dies vor allem das Erzgebirge in Sachsen, das Ruhrgebiet mit dem Niederrhein und das Saarland. Aber auch in anderen Regionen hat sich ihr zu Ehren ein reiches Brauchtum entwickelt.

Quellen und Links

Woher bekommt die Kirche Geld?

  • Die Orthodoxe Kirche ist in Deutschland nicht am Kirchensteuersystem beteiligt.
  • Unsere Gemeinde bekommt keine finanziellen Mittel vom Moskauer Patriarchat, der Berliner Diözese oder von anderen Instanzen.
  • Wir sind nicht geschäftlich tätig.
  • Die einzige Quelle sind die Spenden und Opfergaben, die in die Kirche gebracht werden.

Wozu braucht die Gemeinde Geld?

  • Für die Rückzahlung des Kredites für das Kirchengebäude
  • Für Heizung, Strom und andere Nebenkosten
  • Für die Instandsetzung und Erhaltung von Kirchengebäude und Gemeindehaus
  • Für die Ausgestaltung der Kirche– dem Kauf von Kirchenutensilien, von Ikonen, der Ikonostase
  • Für das Gehalt des Priesters
  • Für die Jugendarbeit, der Gestaltung von Jugendfreizeiten, Seminaren usw.

Wie kann ich Förderer werden?

Förderer übernehmen die Fürsorge für den Unterhalt der Kirche. Dazu wird ein Dauerauftrag zur regelmäßigen Überweisung eines Spendenbetrages auf das Kirchenkonto eingerichtet. Dies kann im Kirchenladen beantragt werden.

Ihnen und Ihrer Familienmitglieder wird als Förderer bei jeder Göttlichen Liturgie während der inbrünstigen Litanei gedacht werden. Dazu können Sie auch ein Diptychen-Heft zum Verlesen in den Altar geben.

Gern können Sie für Ihre Spende auch am Jahresende eine Spendenquittung (z.B. für Ihre Einkommenssteuererklärung) erhalten; am 28.03.2014 wurde vom Finanzamt Krefeld der Zuwendungsbescheid ausgestellt, der die mildtätigen, kirchlichen sowie gemeinnützigen Zwecke (Jugend- und Altenhilfe) unserer Gemeinde als eingetragener Verein bestätigt.

Unsere Bankverbindung:

Kontoinhaber: Russische Orthodoxe Kirchengemeinde
Institut: Sparkasse Krefeld
IBAN: DE33 3205 0000 0002 8562 01
BIC: SPKRDE33XXX

Der Glaube der Orthodoxen Kirche

  • Was ist die Orthodoxe Kirche?
  • Die Sakramente: Taufe, Beichte, Eucharistie, Ehe
  • Das Kirchenjahr: Hochfeste, Fastenzeiten
  • Die Gottesdienste: Göttliche Liturgie, Vesper und Vigil
  • Andere Themen unter Berücksichtigung der Teilnehmerwünsche

„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.“ (1 Petr. 3, 15)

Die Treffen finden in deutscher Sprache zweimal im Monat statt.

Termine werden mit den Teilnehmern abgesprochen.

Die nächsten Termine sind: 25.06., 16.07., 13.08.2017

Kontakt: Diakon Dr. Elmar Kalthoff oder 0176 62696262

 

Sonntagschule

In unserer Kirche gibt es eine Sonntagsschule. In der Schule werden die Kinder mit den Grundlagen des orthodoxen Glaubens bekannt gemacht, dem Alten und dem Neuen Testament, dem orthodoxen Gottesdienst, dem Aufbau einer orthodoxen Kirche usw. Das Ziel der Unterrichte ist, nicht nur den Kindern Wissen zu vermitteln, sondern diese auch auf dem Weg der Gotteserkenntnis zu unterstützen.

Die Teilnahme an den Unterrichten soll auf einer regulären Basis stehen. Gern können Kinder auch ohne vorherige Anmeldung zu einem Probeunterricht kommen.

Unterrichtsplan:

Gruppe Alter Unterrichtszeit Zimmer Lehrer(in)
Vorschulgruppe 3…6 Jahre Sonntag, 10:00-10:45 Oberes Klassenzimmer Tatiana Rossbach
Jüngere Schüler 6…10 Jahre Sonntag, 12:30-13:15 Unteres Klassenzimmer Lektor Andrej Mololkin
Mittlere und ältere Schüler 11...17 Jahre  Sonntag, 12:30-13:30 Oberes Klassenzimmer Katharina Fernbach/Alina Titova
Jugend 13…28 Jahre Dienstag, 18:00-20:00 Großer Saal Priester Alexej Veselov
Jüngere und mittlere Schüler 6...14 Jahre Sonntag, 10:30-11:00,
nach der Evangelienlesung
Raum in der Sakristei Lektor Andrej Mololkin