t_250_250_16777215_00_images_core_beichte.jpgBeginnen Sie mit Reue und Beichte

Sie betreten eine Kirche. Dies ist ein besonderer Ort und, wenn Sie so wollen, eine andere Welt. Eine Welt, die Gott gewidmet ist: Wahrhaftes und Ewiges Leben. Hier ist der Eingang in das Schiff der Errettung, hier ist der Weg zu Gott. Dies ist ein ungewöhnlicher Weg, denn er beginnt in unserer Seele, in unserem Gewissen. Um auf diesen Weg zu kommen, muss man sich dazu bekennen, dass man von Gott abgefallen und vor Ihm schuldig geworden ist. Wie uns die Bibel bezeugt, entfernen uns von Gott einige unserer Taten, Worte, Gedanken - die sogenannten Sünden. Ausgangspunkt dieser Abwendung war der Ungehorsam der Ureltern des Menschengeschlechts - Adam und Eva. Ihr Ungehorsam - die Sünde, die Ursünde genannt wird, wird von allen Menschen geerbt und ist ursächlich für die Veranlagung eines jeden Menschen zum Begehen persönlicher Sünden, die ihn noch weiter vom Schöpfer abwenden.

Das Sich-Entfernen von Gott als Resultat der Sünden ist durchaus real und bemerkbar. Die Sünde zerstört vor allem die menschliche Persönlichkeit. Denn die Persönlichkeit jedes Menschen ist auf moralischen Gesetzen gegründet, "eingeschrieben ins Herz" (Röm. 2, 15). Und in dem Masse, wie eine Persönlichkeit in das sündhafte Leben verstrickt ist, steigert sich auch das Ausmaß der Zerstörung dieser Persönlichkeit - was zur Folge hat, dass der Mensch die Kontrolle über sich verliert und Sklave seiner Leidenschaften wird, die oft widersinnig, beizeiten gar schändlich und verbrecherisch sind. Johannes Chrysostomos übertrieb keineswegs, als er sagte: "ein jeder Sünder ist wahnsinnig" - denn was sonst ist die Ermordung des leiblichen Bruders aus Gründen der Missgunst, wenn nicht eine Wahnsinnstat? Und gibt sich ein fleischlichen Gelüsten Verfallener, der die reelle Gefahr einer HIV-Infektion oder einer anderen tödlichen Krankheit ignoriert, Rechenschaft darüber, was er da anstellt? Und wie verhält es sich mit einem Vielfraß, einem Alkoholiker, einem Drogenabhängigen - haben sie etwa nicht den Verstand verloren? "In der Tat kommt das Laster nicht von ungefähr", sagte der Metropolit von Moskau, Platon, - "ein Faulenzer schwächt den Körper und bürdet ihm Krankheiten auf, ein Wollüstiger verunstaltet sich selbst mit den Spuren des Lasters und verkürzt seine Tage. Ein Habgieriger wird der Ruhe beraubt und trocknet die Lebenssäfte in seinem Inneren aus. Ein Jähzorniger erhitzt sein Blut und nimmt durch unmäßige Aufregung Schaden an seiner Gesundheit." Wie viel zerstörte Schicksale, zerbrochene Familien, verkrüppelte Kinder fielen der Sünde schon zum Opfer?...

Im Übrigen weiß wohl jeder von uns aus eigener bitterer Erfahrung Bescheid über die Folgen von Sünden. Dabei macht jede neue Sünde das Gewissen des Sünders immer weniger empfänglich, wodurch noch schwerwiegendere Sünden ermöglicht werden. Das Schlimme dabei ist, dass bei Eintritt des Todes die Macht der Sünde über den Menschen nicht endet, sondern auch im Jenseits weiterhin die unglückliche Seele quält. Darüber hinaus werden es eben diese Sünden sein, welche am Jüngsten Gericht, das die Geschichte unserer Welt abschließen wird, den Übergang in das kommende Zeitalter verwehren werden - "und es wird nicht hineingehen irgendein Gemeines und das da Greul tut und Lüge" (Apokal. 21, 27). "Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset Euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe und die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben", schrieb der Apostel Paulus (I Kor. 6, 9-10). Haben wir es nötig, den Weg der Sünde zu beschreiten? Haben wir doch durch die Gnade Gottes eine andere Möglichkeit - die Versöhnung mit dem Schöpfer.