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Erzbischof FEOFAN (Galinskiy) von Berlin und Deutschland Hochwürdige Väter, liebe Brüder und Schwestern!

Herzlich gratuliere ich uns allen zum strahlenden Fest der Geburt unseres Herrn, Gottes und Erlösers im Fleische. „Das Wort ist glaubwürdig und wert, dass man es beherzige: Jesus Christus ist in die Welt gekommen, um die Sünder zu retten“ (1 Tim 1,15), schreibt der Apostel Paulus und erinnert an das Ziel der Herabkunft des Sohnes Gottes in die Welt. Das Wesen der Erlösung für uns besteht ja in der Theosis, in der geistlichen Annäherung an Gott als dem Quell alles Guten: „Himmel und Erde sind heute bei der Geburt Christ vereint,. An diesem Tag ist Gott auf die Erde gekommen, und der Mensch ist zum Himmel gegangen“, so beschreibt das Geheimnis der Geburt einer der Gesänge aus der Geburtsvesper.

Dieser geheimnisvolle Gedanke eines der strahlendsten und freudigsten Tage des Kirchenjahres darf nicht im Trubel der vorweihnachtlichen Vorbereitung und in der Feier des Festes selbst verloren gehen. Bei allem äußeren Glanz, bei der Freude und dem Jubel ist es sehr wichtig, nicht die Gabe zu vergessen, die der Heiland der Welt auf die Erde gebracht hat – und wir müssen uns bemühen, dieser Gabe würdig zu sein. So wie Christus durch die Großtat seines Lebens die Menschheit von Sünde und Tod gerettet hat, ist es unsere Aufgabe, unermüdlich am Werke unseres persönlichen Heils zu arbeiten, das heißt, den geistlichen Mut zu bewahren, uns nicht den Versuchungen hinzugeben und sogar, wenn wir auf dem Weg der Nachfolge Christ stolpern und fallen, nicht zu verzweifeln, sondern uns wieder zu erheben und weiter gehen.

In Erinnerung an die Gaben der Magier, Gold, Weihrauch und Myrrhe, die sie dem geborenen Gotteskind gebracht haben, ist es üblich, sich gegenseitig zum Geburtsfest Geschenke zu machen. Dabei aber soll man, wenn man dieser Tradition folgt, verstehen, dass jede Gabe von Herzen kommen soll und als ein Ausdruck unserer Liebe zu den Nächsten dient.

Christus hat sich uns selbst ganz ohne Vorbehalt hingegeben. So lasst uns versuchen, an diesem Tag auch aktiv den Menschen zu dienen durch materielle Hilfe, dadurch, dass wir unsere Zeit und Kräfte opfern, dass wir zuhören, mitfühlen und trösten. Ein solches Verhalten ist die beste Gegengabe für unseren Erlöser, der gesagt hat: „Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringen Brüder getan habt, das habt ihr mit getan!“ (Mt 25,40)

Noch einmal beglückwünsche ich alle von ganzer Seele zur Geburt Christi und zum Neuen Jahr 2017. Bitten wir den Herrn, dass er uns im kommenden Jahr ein friedliches und ungestörtes Leben schenke, damit wir in demütiger Zusammenarbeit mit dem Allguten Schöpfer in aller Frömmigkeit und Reinheit das Werk unserer Erlösung vollenden. Amen!

Quelle: rokmp.de